02. November 2019
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Advent schon im November


Eine kurze Notiz, die ich im Internet gefunden habe, bewegt mich. In Nürnberg wurde das neue ’Christkindl‘ vorgestellt, die Symbolfigur des Christklindl-Markts. Das fand sogar Widerhall auf einer Homepage der AFD. Hintergrund. Die Jugendliche (Benigna Munsi, 17 Jahre alt) hat indische Wurzeln und die AFD findet dass das ein weiterer Beleg für den Niedergang ist. So als wäre Weihnachten nun wirklich originär deutsch.

Spannend wurde es durch die Kommentare vieler NutzerInnen, die zumeist weder in die eine noch in die andere Richtung hetzten oder motzten, sondern sich äußerst positiv über dieses neue ‚Christkindl‘ ausließen.

Wie gesagt, es war nur eine kurze Notiz, genaueres weiß ich nicht, außer dass die AFD ihre Notiz schnell wieder aus dem Netz genommen hat.

Ich glaube, dass das ein vielversprechender Hinweis ist: Es ergibt wenig Sinn, auf Hassbotschaften mit Hass zu antworten, auf Hetze mit Hetze. Vielleicht sollten alle Demokratinnen und Demokraten mit viel mehr Liebe, Ruhe und Gelassenheit reagieren. Ich lebe in einer bunten vielfältigen Welt – und das ist auch gut so. Das muss ich nicht immer hinausbrüllen. Damit kann ich selbstverständlich leben, dazu kann ich stehen.

Alexander Gauland hat einmal behauptet, niemand möchte Nachbar von Jerome Boateng sein. Auch da haben ihm viele klargemacht, dass sie gerne Nachbarinnen und Nachbarn von deutschen Fußballern (und von ausländischen) wären.

Friede könnte entstehen, wenn wir das Selbstverständliche selbstverständlich leben. Auch so könnten wir den Advent feiern, die Ankunft des Sohnes Gottes und des Sohnes einer jüdischen Mutter. Und das im November.

 

Losung für Samstag, den 2.11.2019:

Wer als Verleumder umhergeht, gibt Vertrauliches preis, wer aber verlässlich ist, behält Geheimnisse für sich. Sprüche 11,13

Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschwätz. 1.Timotheus 6,20

 

Im evangelischen Gesangbuch steht ein Gebet (eg 935):

Ewiger Gott. Unsere Zeit ist voll Unruhe und Streit,

in deinem Reich aber ist Friede und Seligkeit.

So bitten wir dich am Ende der Woche:

Sende in unser Leben deinen Frieden.

Gib Rat den Ratlosen,

gib Kraft den Schwachen

und Zuversicht den bangen Herzen.

Lass uns glaubensvoll auf deine Zukunft blicken.

Mach uns bereit, dir entgegenzugehen.

 





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