14. Juli 2019

Betet für sie


Zur Zeit wird wieder viel über Politikerinnen und Politiker geschimpft. Sie seien untätig und unfähig. Das ist ungerecht, den die Mehrzahl der Politikerinnen und Politiker folgen ihren Idealen und wollen wirklich etwas bewegen.

Zur Zeit werden die Politiker wieder heftig geprügelt: Egal ob es um den Klimawandel oder um die Besetzung von Spitzenämtern in der Europäischen Union geht – immer wieder heißt es: Die Politiker sind unfähig, die Politiker tun nichts, auf jeden Fall nicht das Nötige.

Nun gibt es sicher auch untätige Politikerinnen und Politiker und auch Politikerinnen und Politiker, denen es nur um sich selbst und ihre Pöstchen geht. Aber solche Menschen gibt es eben auch in anderen Berufsgruppen, man findet sie eigentlich überall. Genauso findet man aber unter den Politikern wie in anderen Berufsgruppen in der Mehrzahl Menschen, die ihren Idealen folgen und die wirklich etwas bewegen wollen, denen es also um das Wohl der Gesellschaft geht. Und dieser Mehrzahl von Politikerinnen und Politikern gegenüber finde es sehr ungerecht, wenn ihnen zugerufen wird, sie seien unfähig und untätig und ihnen gehe es nur ums sich selbst. Und wenn ich das betrachte, was zum Beispiel auf Facebook an verbalem Unrat über Politikerinnen und Politikern ausgeschüttet wird, dann ist es noch zurückhaltend, wenn ich das als ungerecht bezeichne.

Die christliche Tradition kennt einen anderen Umgang mit den Menschen, die die Politik gestalten. Der 1. Timotheusbrief empfiehlt „Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit“. Nun haben wir – Gott sei Dank – keine Obrigkeit mehr, sondern demokratisch gewählte Parlamente und deren Repräsentantinnen und Repräsentanten. Aber für die Akteurinnen und Akteure in den Parlamenten und in den Regierungen zu beten, das finde ich auch heute noch eine gute Idee. Politik besteht nicht immer aus einfachen Antworten. Und manchmal sind notwendige Lösungen unbequem. Deshalb gehört auch Weisheit und Mut zum politischen Handeln. Für beides können Christinnen und Christen bitten – und alle, die in der Politik Verantwortung tragen, Gott ans Herz legen.





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