09. Juni 2019
Michael Hilka zu einem aktuellen Thema:

Das Geschenk


Manchmal steckt in weltlichen Liedern eine religiöse Botschaft – auch wenn das von den Komponisten und Textern nicht immer beabsichtigt ist. So ist das auch bei „Das Geschenk“ von den Sportfreunden Stiller, das ich zuletzt mal wieder im Radio gehört habe.

Du kommst wie gerufen,
trittst auf den Plan, den es nicht gibt,
Wie ein Bild, das Götter schufen.
Dich hat der Himmel geschickt!

Und später wird mehrmals wiederholt: Du bist ein Geschenk!

 Dieses Lied hat mich mit seiner Musik und seinem Text schon immer berührt. Seit ich es das erste Mal gehört habe, ist es für mehr als ein normales Liebeslied. Denn in den Worten „Dich hat der Himmel geschickt! Du bist ein Geschenk!“ sehe ich einen Hinweis auf Gott! Für mich klingt es so, als würde der Sänger jemandem ins Gesicht sagen oder singen: „Du bist ein Gottesgeschenk an die Welt.“ Der oder die Angesprochene ist nur zu beglückwünschen!

 Wie viele Menschen müssten das auch gesagt bekommen! Wie vielen würde das guttun! Denn während auf der einen Seite diejenigen stehen, zu denen jeder aufschaut, die jeder toll findet und mit denen jeder etwas zu tun haben will, gehören die anderen zu denen, die man im besten Fall übersieht und im schlimmsten klein macht. Es sind diejenigen, die an sich zweifeln, die sich nutzlos und ungewollt fühlen.

 Die Sportfreunde Stiller tragen mit „Das Geschenk“ durch ihre Musik und die Worte, die sie singen, dazu bei, dass sich Menschen aufrichten und zwei Köpfe größer werden können. Die Worte, die uns in der Bibel überliefert sind, tun dies auf ihre Weise.

Wie mag wohl das zerstörte Jerusalem damals diese Worte Gottes gehört haben:
Kann eine Mutter etwa ihren Säugling vergessen?
Fühlt sie etwa nicht mit dem Kind, das sie geboren hat?
Selbst wenn sie es vergessen würde, vergesse ich dich nicht!
Sieh, ich habe dich in meine Handflächen gezeichnet. (Jesaja 49,15f)

 Was kann der Schöpfungshymnus im ersten Kapitel der Bibel bei einem Menschen bewirken, der an sich selbst zweifelt!Gott sprach:

„Wir wollen Menschen schaffen nach unserem Bild,
die uns ähnlich sind.“
So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild,
nach dem Bild Gottes schuf er sie,
als Mann und Frau schuf er sie.
Und Gott segnete sie.
Danach betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte.
Und er sah, dass es sehr gut war. (1. Mose 1,26f.31)

 Ich hoffe, dass diejenigen, denen man - mit welchen Worten auch immer - sagt: „Du bist ein Gottesgeschenk an die Welt!“, antworten werden: „Ja, ich bin ein Gottesgeschenk!“. Vielleicht können sie ja auch in die wunderschönen Worte des Psalmbeters einstimmen:
Gott, du hast alles in mir geschaffen
und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir,
dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast!
Wunderbar sind deine Werke,
das weiß ich wohl. (Psalm 139,13f)


Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Pfarrer
Michael Hilka
Heizengasse 6
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821-8530




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