22. November 2018

Die Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken verkauft „Ablassbriefe“ zum Erhalt der Ludwigskirche


Im Jahr eins nach dem Reformationsjubiläum begibt sich die Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken auf ungewohntes, aber keineswegs neues Terrain: Gemeinsam verkaufen sie Ablassbriefe – natürlich mit einem deutlichen Augenzwinkern. Aber nicht ohne ersten Hintergrund.

 Im frühen 16. Jahrhundert hatten die Päpste, vor allem Julius II. und Leo X., den Ablasshandel ausgebaut, um damit den Neubau des Petersdomes in Rom zu finanzieren. Anstoß erregte dabei – nicht nur bei Martin Luther – der letztlich missbräuchliche Grundgedanke, Seelenheil gegen Geld erwerbbar zu machen. Und deswegen geht es bei den „Ablassbriefen“ aus Alt-Saarbrücken auch nicht ums Seelenheil. Aber um den Erhalt einer Kirche.

„Die Ludwigskirche braucht Förderer und Unterstützer, denn langfristig wird die Kirchengemeinde die großen finanziellen Lasten nicht alleine tragen können“, so Pfarrer Dr. Thomas Bergholz. „Deswegen haben wir zusammen mit der Stiftung Ludwigskirche und dem Förderverein ‚Freunde der Ludwigskirche‘ verschiedene Projekte entwickelt, um in der Öffentlichkeit auf dieses Problem hinzuweisen.

Eines davon ist die Idee mit den „Ablässen“. „Natürlich verkaufen wir nicht etwa Seelenheil gegen Geld. Im Gegenteil! Der Spender oder die Spenderin erwirbt mit ihrer Spende einen ganz irdischen, bodenständigen Vorteil: Der „Ablass“ ist nämlich ein Nachlass vom Eintrittspreis beim nächsten Konzert in der Ludwigskirche!“ erläutert Bergholz.  Auf diese Art und Weise könnten auch Protestantinnen und Protestanten mit einem Schmunzeln und mit gutem Gewissen einen „Ablass“ kaufen und verkaufen oder vielleicht auch verschenken.

Die stilvollen Urkunden sind zum Preis von 50 Euro am Verkaufsstand in der Ludwigskirche erhältlich. Sie ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.





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