12. Mai 2018
Christian Weyer zu einem aktuellen Thema:

Gottes Geist macht frei


Keine Angst mehr haben, den eigenen Glauben offen zu leben und öffentlich davon zu reden – das wünschen sich viele Menschen auf dieser Welt. Sie werden um ihres Glaubens Willen verachtet, benachteiligt und verfolgt. Christinnen und Christen gehören in wachsendem Ausmaß dazu.

Keine Angst mehr haben, den eigenen Glauben offen zu leben und öffentlich davon zu reden – das wünschen sich viele Menschen auf dieser Welt. Sie werden um ihres Glaubens Willen verachtet, benachteiligt und verfolgt und sie verstecken sich und ihren Glauben aus diesem Grund. Christinnen und Christen gehören in wachsendem Ausmaß in aller Welt zu den Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. In Nigeria, im Iran, in Pakistan, in Nordkorea, in China, überall werden Christinnen und Christen bedrängt und verfolgt. In der Türkei werden sie offen benachteiligt und bedrängt.

Vor dem ersten Pfingstfest hatten sich die Anhängerinnen und Anhänger Jesu auch versteckt. Wegen ihres Glaubens. An einem sicheren Ort hatten sie sich verborgen, weil sie Angst hatten, ebenso wie ihr Meister gefangen genommen und gekreuzigt zu werden. Von einem Tag war die muntere Schar, die dem Wanderprediger Jesus gefolgt war, aus dem Straßenbild verschwunden. Es herrschte Grabesstille, obwohl Jesus Christus doch nicht mehr im Grab war. Aber die Angst war bei den Anhängerinnen und Anhänger stärker als die mutmachende Botschaft, die drei Frauen vom Grab Jesu mitgerbacht hatten: Jesus ist nicht tot, er ist auferstanden und er hat uns zu euch geschickt, das weiterzusagen.

Dann kam der Pfingsttag: Auf einmal waren sie wieder auf der Straße: Petrus und die anderen. Jubelten und tanzten und waren im wahren Sinne des Wortes aus dem Häuschen. Und sprachen laut und vernehmlich von ihrem Glauben an Jesus Christus, der vom Tod befreit und zum neuen Leben bringt. Sie hatten keine Angst mehr. Der Geist Gottes war über sie gekommen und hatte ihnen die Angst genommen. Sie waren frei.

Diese Freiheit hat zunächst zur Ausbreitung des neuen christlichen Glaubens geführt. Später aber dann auch wieder dazu, dass diese neue Bewegung bekämpft und zurückgedrängt wurde. Auf die Freiheit folgte Verfolgung und darauf wieder die Freiheit. So geht es bis heute auf und ab.

Den verfolgten Christinnen und Christen unserer Zeit wünsche ich, dass sie die Kraft dieses Geistes spüren. Und dass sie den Mut behalten oder wiederfinden, zu ihrem Glauben zu stehen, ihn zu leben und von ihm zu reden. Die Geschichte zeigt: Den Glauben an Jesus Christus kann keine Gewaltherrschaft aufhalten.

Christian Weyer, Superintendent des Kirchenkreises Saar-West


Christian Weyer Superintendent des Kirchenkreises Saar-West
Pfarrer Christian Weyer
Am Ludwigsplatz 5
66117 Saarbrücken
Telefon: 0681 9255233




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