28. April 2018
Christian Puschke zu einem aktuellen Thema:

Mai


„Geh aus mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.“

Paul Gerhardt dichtete dieses Lied, das gerne im Frühjahr und Sommer gesungen wird.

Aber stimmt es noch?

Wenn ich im Frühling durch die Straßen gehe, dann sehe ich immer weniger Vorgärten, die mit Blumen geziert sind.

Der Stein-Vorgarten macht sich immer weiter breit. Da wächst kein Gänseblümchen und kein Löwenzahn mehr. Auch keine Stauden. Der Vorgarten sieht in jeder Jahreszeit gleich aus. Und kein Wurm darf sich dort durchs Erdreich wühlen. Keine Hummel ihre Erdhöhle graben.

Einerseits kann ich es verstehen. Das ewige Rasenmähen hat ein Ende. Und all das Rupfen und Zupfen und Gießen und Schneiden. Und trotzdem schaut es irgendwie ansehlich aus.

Trotzdem mag ich die wüstenartigen Vorgärten nicht. Sie loben mir zu wenig die schöpferische Kraft der Natur, die Gott ihr geschenkt hat.

Und so brummt und summt es immer weniger in unseren Orten. Und auch das Singen der Vögel wird weniger. Schade. Oder eigentlich: dramatisch.

Denn jeder Vorgarten könnte auch ein kleiner Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt sein.

Unser Gesangbuch lädt indirekt dazu ein, wenn es im Lied 499 heißt:

„Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.“


Christian Puschke Pfarrer Christian Puschke

Pfarrer der 1. Pfarrstelle


Spechtweg 10
66333 Völklingen
Telefon: 06898 - 29 990 29




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