05. Juli 2019

Saarländische Pfadfinderinnen und Pfadfinder beim Kirchentag: „Spaß am Helfen und Interesse an den Themen“


Gemeinsam mit etwa 20 Pfadfindern aus dem Saarland hatte sich Niki Niederstadt auf den Weg nach Dortmund zum 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag gemacht, um dort als Helferin mitzuarbeiten.

„Ich mag das Gefühl, gemeinsam ein Teil einer solchen Großveranstaltung zu sein und zu helfen, dass der Kirchentag so reibungslos funktioniert“, erzählte Mitglied des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) aus dem Stamm „ScheidterHaufen“ in Saarbrücken. 

Die jungen Menschen aus dem Saarland waren Teil der 4000 Helfenden, die sich beim Kirchentag bis zu acht Stunden am Tag für einen reibungslosen Ablauf stark machten. Die Pfadfinder bildeten dabei die größte Gruppe unter den Helfenden. Sie übernahmen gemeinsam mit anderen Einlasskontrollen und bewachten Bühnen, hielten Fluchtwege frei oder unterstützten Bands oder Politiker hinter der Bühne, sie verteilten Kirchentagsschals und richteten die Messehallen zwischen den Veranstaltungen wieder her. Die Johanniter-Unfallhilfe war mit etwa 1000 Ehrenamtlichen und 90 Rettungswagen vor Ort. Sie kümmerten sich um behinderte Menschen und Gäste mit gesundheitlichen Problemen. Bei der Bahnhofsmission unterstützten 48 Ehrenamtliche die Besuchenden beim Aus-, Ein- und Umsteigen oder waren Ansprechpartner bei Fragen und Problemen. Zu erkennen waren alle Helfenden an ihren gelben Halstüchern mit der Aufschrift „Ich helfe".

Viele von ihnen hatten Urlaub genommen oder sich von Schule, Universität oder Arbeit freistellen lassen. So auch Christa Beltz, Studentin der Materialwissenschaften und Mitglied im VCP-Stamm „Römer“ auf dem Saarbrücker Eschberg. „Ich habe Spaß am Helfen und Interesse an den Themen.“ Als Helferin kann ich das gut verbinden“, erzählt die 23-Jährige. Sie war bereits zum zweiten Mal aktiv beim Kirchentag dabei und kümmerte sich um die Besucherlenkung im Kabarett-Veranstaltungszelt auf dem Messegelände.

In den Westfalenhallen fand der Großteil des Programms statt, aber auch in der Innenstadt und im ganzen Stadtgebiet liefen Veranstaltungen. 121.000 Gäste nahmen an 2.400 Veranstaltungen teil. Das erforderte eine umfangreiche Organisation. Mit in der Hauptorganisation der Besucherlenkung war Alexander Schrickel, ebenfalls vom VCP-Stamm „Römer“. Er stand in permanentem Austausch und Kontakt mit der U-Bahn und dem Bundeskriminalamt, um die Besucherströme geordnet in die öffentlichen Verkehrsmittel zu leiten. Basis war dabei ein Abstromkonzept, das die Stadt Dortmund erarbeitet hatte. „Innerhalb des Orga-Teams hatten wir die Innenstadt in Bezirke und Aufgabenbereiche aufgeteilt“, erklärte der 26-Jährige. „Beispielsweise für den Abstrom von Hansaplatz lenkten wir die Menschenmassen anhand von Mannheimer Gittern, Absperrband und Helfenden vor Ort. Es war schön zu sehen, dass  die Organisation so gut geklappt hat“, freute sich Schrickel. Er war begeistert von der Geduld und dem Verständnis der Teilnehmenden.

Zum bereits zehnten Mal zählte Martin Rybak mit zu den Helfenden. Der Pfadfinder vom VCP-Stamm „Römer“ genießt die Herausforderungen, das Gemeinschaftsgefühl, die gemeinsamen Abende mit Lagerfeuer und wenn im Helfenden-Café abends zusammen gesungen wird. Beim diesjährigen Kirchentag übernahm er die Hallenleitung des Eröffnungsgottesdienstes am Ostentor. „Mein schönster Moment in diesem Jahr war der Abendsegen in der Innenstadt“, erzählte der 39-Jährige. „Zusammen mit vielen anderen haben wir bei Kerzenlichtern die coole Atmosphäre genossen, die es nur beim Kirchentag gibt.“ Sein tollstes Erlebnis aber hatte er vor zwei Jahren, als der damalige US-Präsident Barak Obama zu Gast war und kurzerhand, beim Bühnenabgang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, ein Helfenden-Gruppenselfie initiierte.

Alle Helfenden waren bei der Veranstaltung stark vernetzt. Die Information und Kommunikation über viele Medienkanäle ist wichtig für ein gutes Gelingen. Verantwortlich in der Helferredaktion war hier der Saarländer Patrick Franz, der sich  zum achten Mal auf dem Kirchentag engagierte. In Abstimmung mit dem Fototeam brachte er die tagesaktuelle „Helfenden-Depesche“ heraus. „Ich wechsle alle vier Jahre den Einsatzbereich“, erklärte der 32-Jährige, ebenfalls vom VCP-Stamm „Römer“, seine Motivation. „Da bekomme ich abwechslungsreiche Einblicke in verschiedene Tätigkeiten. Das nächste Mal möchte ich bei der Helfendenversorgung des harten Kerns von etwa 500 Personen mitwirken“, so Franz.

 

 





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