16. Dezember 2018
Barbara Wehlen-Leibrock zu einem aktuellen Thema:

Von Träumen und Wünschen


Die Erwachsenen hatten sich geeinigt, dass sie an dem weihnachtlichen Konsum nicht teilhaben wollten und auf Geschenke verzichten würden. Nur die Kinder sollten ein kleines Geschenk bekommen. So saßen sie gemütlich zusammen, genossen den Heiligen Abend und freuten sich, dass alle beisammen waren.

Als alle schon im Bett waren, begann für Martin, der schon lange erwachsen war, der spannendste Teil des Abends. Unter seinem Bett zog er eine Kiste hervor. Feierlich öffnete er diese und hervor kam ein verpacktes Geschenk. Was keiner in seiner Familie wusste, Martin liebte es über alles Geschenke zu bekommen. Nachdem die Familie beschlossen hatte auf Weihnachtsgeschenke zu verzichten, war Martin auf die Idee gekommen, sich selbst ein Geschenk zu machen. Er hatte sich ein Fußballspiel für seine Playstation, die er immer noch gerne spielte, gekauft. Dieses Spiel hatte er als Geschenk verpackt und in die Kiste gelegt. Nun stellte er das verpackte Geschenk vor sich und schaute es in voller Erwartung an.

Nicht bemerkt hatte er, dass sein 15-jähriger Neffe, der nicht schlafen konnte, in sein Zimmer gekommen war. „Oh für mich“, sagte der Junge und zerriss in Windeseile das Geschenkpapier. „Oh wie cool, Danke, das Spiel hab ich mir so gewünscht. Du bist der beste Onkel.“ Damit war er schon an der Tür und wollte verschwinden, als er sich noch einmal umdrehte. „Hast du jetzt eigentlich Zeit?“, fragte der Junge, „dann könnten wir es gleich ausprobieren“. Martin strahlte, klar hatte er Zeit.

Sie spielten und redeten die halbe Nacht. Martin staunte, was der Junge ihm alles erzählte über sich, seine Welt und sein Leben. Auch als sie aufhörten zu spielen, erzählte der Junge noch weiter von seinen Träumen und seinen Wünschen. Und so beschlossen sie im nächsten Jahr etwas gemeinsam zu unternehmen. Das Spiel gab ihm der Neffe zurück, er solle üben, damit es das nächste Mal besser bei ihm klappen würde.





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