03. November 2018
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Wandern im finsteren Tal


Dunkle Täler gibt es immer wieder im Leben. Hiobsbotschaften, Trauer, Schmerz. Da fühle ich mich oft hilflos, ausweglos. Da finde ich keine Antworten, die helfen. Da spüre ich meine Ohnmacht, meine Hilflosigkeit.

Ähnliches erlebe ich politisch. Ich fühle mich ausgeliefert, hilflos, wenn es Menschen gibt, die vor Krieg und Unrecht, vor Hunger und Durst aus ihrer Heimat fliehen. Ich fühle mich ausgeliefert, wenn Menschen, die Schutz brauchen, diesen Schutz missbrauchen. Natürlich sind das Ausnahmen und wahrscheinlich ist es auch erklärbar, dass Menschen, die derart Unfassbares erlebt haben, Maßstäbe für Recht und Anstand verloren haben.

Aber es macht mich wütend, hilflos. Und es gibt keine gute Erklärung und auch keine gute Reaktion. Es gibt nur das dunkle Tal, zu leben in einer Welt, die nicht so ist, wie Gott sie gemeint hat.

Vielleicht muss ich mir weniger Zeit nehmen, alles erklären zu wollen und mehr Zeit zu trösten und dem Trost nachzuspüren.

Dazu will mich der 23. Psalm und die heutige Tageslosung einladen.

 

Losung für Samstag, den 3.11.2018:

Ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23,4

Wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. 2.Korinther 1,5

 

Im evangelischen Gesangbuch steht ein Abendgebet 898:

Der Tag geht zu Ende,

und ich kann zur Ruhe kommen.

Vieles, was in mir war, geht mir nach,

verfolgt mich bis in die Nacht.

Dir, mein Gott, vertraue ich alles an:

die unerledigten Dinge,

die Menschen, die mir heute begegnet sind,

die Sorgen, die nicht verschwinden wollen.

Bei dir ist alles gut aufgehoben.

Bei dir bin ich geborgen.

Dir befehle ich mich an mit allem, was ich bin.

Geleite mich in deinem Schutz durch die Nacht.

 





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