02. Juni 2018
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Welt in Unordnung


Manchmal gewinne ich den Eindruck, die Politik sei ein Irrenhaus: Trump und Kim, die sich erst mit Atombomben bedrohen und anschließend ziemlich beste Freunde sind. Ein Mord der Russen in Ukraine, den es gar nicht gibt. Eine Regierung in Italien, die weder die EU will, noch sich an Regeln halten. Und in Spanien ist der Katalonienkonflikt noch lange nicht vorbei, aber die Regierung wird abgelöst (zu Recht).

Von den kleineren Ungereimtheiten gar nicht erst zu reden.

Ich tu mich schwer damit, immer aufs Neue zu akzeptieren, dass in einer internationalen Gemeinschaft jede einzelne Nation das Recht hat, ihren Platz im Kreis der Anderen zu finden, ihre Rolle immer neu zu definieren. Natürlich haben die USA alles Recht, Handelsverträge zu kündigen, sogar Klimaverträge, auch wenn die Welt möglicherweise daran absaufen könnte (siehe Bliesransbach). Natürlich haben die Italiener das Recht zu wählen, wen sie wollen und die Deutschen haben wohl auch nicht das Recht allen ihre neue Wunderwaffe ‚Schwarze Null‘ vorzuschreiben. Und wir sollten auch nicht übersehen, dass unser wirtschaftlicher Erfolg von anderen Nationen bezahlt wird. Und uns vielleicht auch fragen. Wie haben wir den Ländern am Mittelmeer, besonders aber Griechenland und Italien wirklich effektiv geholfen mit den Flüchtlingen, die dort gestrandet oder vor der Küste ertrunken sind.

Es ist wie im zwischenmenschlichen Bereich: wer friedlich leben will, muss daran mitarbeiten, dass Frieden gedeihen kann, aber eine Garantie gibt es damit noch lange nicht.

Aber versuchen könnte ich es ja – und versuchen könnte es ja auch jeder einzelne Mensch, der in dieser Politik etwas zu sagen hat. Vielleicht wird dann alles nur halb so schlimm, wenn sich Staaten einigen auf Handelsbedingungen mit denen alle leben können, auf Umweltbedingungen, die allen helfen.

Ein Patentrezept kann es nicht geben. Das müssten alle erst einmal zugeben. Und dann könnten wir damit beginnen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu arbeiten und zu beten.

 

Losung für Samstag, den 2.6.2018:

Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich. Psalm 25,5

Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld. Römer 8,25

 

 

 

Im evangelischen Gesangbuch steht eine Nachdichtung zum Psalm 27 (778):

Gott ist uns Licht und Heil,

vor wem sollten wir uns fürchten?

Gott gibt uns Kraft und Mut,

wovor sollten wir Angst haben?

Wenn etwas auf uns zukommt,

drohend und gefährlich,

dann verlieren wir nicht den Mut.

Wenn wir meinen, wir schaffen es nicht,

dann denken wir daran,

dass Gott uns hilft.

Gott, sei du immer bei uns,

dann sind wir nicht allein.

Lass uns den Weg deiner Güte gehen,

denn wo Güte ist, da verschwindet die Angst,

und das Leben kehrt wieder, das wir suchen.

 





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