04. Januar 2020
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Alles stimmungsvoll, alles schön?


Drei Frauen, eine Mutter mit ihren zwei erwachsenen Töchtern haben das Affenhaus in Krefeld angezündet, den Tod von dreißig Affen verschuldet. So nüchtern kann man das beschreiben, was da zum Jahreswechsel geschehen ist. Aber es geht ja eben bei dieser Aktion nicht um nüchtern. Es geht um eine schöne, eine stimmungsvolle Geschichte.

Ich stell mir die Szene vor, wie drei Frauen eben bewusst keine Raketen oder Böller zünden, sondern fünf Himmelslaternen mit guten Wünschen beschriften, sanft entzünden und langsam in den Himmel steigen lassen. Das ist schön, das ist achtsam.

Und keiner hat ihnen gesagt, wie gefährlich das ist oder dass diese Dinger verboten sind, mit gutem Grund. Und wenn sie es gewusst oder geahnt hätten? … Vielleicht hätten sie es trotzdem besser gewusst. Das ist schön und da wird wohl nichts passieren. Ich gebe zu, das ist jetzt Spekulation.

Das kann mich daran erinnern, wie oft ich Dinge tu gegen besseres Wissen und gegen mein Bewusstsein. Wie oft ich eigentlich Urlaube plane oder Alltagsvergnügungen ohne zu fragen, was sie für Folgen haben. Wie oft ich eigentlich Folgen nicht so ernst nehme. Es wird ja nicht gerade an mir hängen, ob die Welt untergeht.

Vielleicht müssen wir ja völlig von vorne lernen, dass alles, was wir tun Folgen hat, auch wenn es schön und anschaulich ist. Das wurde mir beim ‚Friedenslicht von Bethlehem‘ klar. Eine herrliche Tradition, dass Pfadfinder in Bethlehem ein Licht entzünden, das sie per Flugzeug nach Wien bringen, von wo aus es in die Gemeinde verteilt wird, zu Fuß, per Bahn, per Auto, ich kenne die Wege nicht genau. Eine anschauliche Geschichte, aber verändert es wirklich etwas an unseren Weihnachtsgottesdiensten und -feiern, wenn wir wie ehedem unsere Weihnachtslichter vor Ort entzünden und wenn wir sie nicht mehr brauchen auch gleich ausblasen und nicht lauter ‚ewige Lichter‘ in evangelischen Kirchen brennen lassen, nur weil das Licht irgendwie aus Bethlehem kommt.

Aber im Kern geht es weder um die Himmelslaternen von Krefeld oder ein Friedenslicht aus Bethlehem. Es geht um das Verhalten jedes Einzelnen angesichts von Überschwemmungen und Feuersbrünsten, mit denen dieses Jahr mal wieder begonnen hat.

 

Losung für Samstag, den 4.1.2020:

Du sollst nicht töten. 2.Mose 20,13

Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Lukas 6,27-28

 

In Lied zur Jahreswende Nr. 58 im eg (Nun lasst uns gehen und treten) heißt es:

11. Sprich deinen milden Segen

zu allen unsern Wegen,

lass Großen und auch Kleinen

die Gnadensonne scheinen.

 





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