17. Juli 2021
Christian Weyer zu einem aktuellen Thema:

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist


Nicht so viel reden, geredet wird und wurde genug. Handeln! Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist.

In nur wenigen Stunden ist eine gigantische Flutkatastrophe über den Südwesten Deutschland hereingebrochen. Im Saarland sind wir verschont worden, aber die Eifel und das Ahrtal hat es böse erwischt, ebenso Luxemburg und Belgien. Häuser wurden von den Wassermassen mitgerissen, viele Menschen kamen in den Fluten um.
Die Trümmer sind noch nicht einmal in Augenschein genommen, aber die politische Diskussion ist bereits im vollen Gange. Schon am Abend des Folgetages stürmen die Wahlkämpfer vor die Kameras, um dieses Mal Erste oder Erster auf dem Deich zu sein, und in den Talkshows drischt man fröhlich aufeinander ein, um Kapital für die bevorstehende Bundestagswahl aus dem Desaster zu schlagen.
Ich beteilige mich daran nicht. Sondern ich frage nach unserer eigenen Verantwortung. Ich schimpfe nicht über das Versagen der Politik, weil ich gar nicht weiß, wie ich gehandelt hätte, wenn ich wirklich in der Verantwortung wäre und nicht nur aus der Distanz urteilen könnte. Mir liegt an dem, was wir – jede und jeder Einzelnen – tun können. Und da wird klar: Niemand kann etwas tun, was eine spontane und unmittelbare Auswirkung auf die im Moment zu beobachtende Klimaveränderung hat. Aber wir alle können etwas tun, was langfristig wirkt und die Zukunftsperspektive für kommende Generationen verbessert: Zum Beispiel die eigenen Grundstücke und die Grundstücke unserer Kirchengemeinden und Einrichtungen umbauen, weg von der Versiegelung und den kahlrasierten Flächen hin zu bunten blühenden Wiesen und baumbestandenen Hainen; zum Beispiel die Beleuchtung und die Energieversorgung in unseren Privathäusern und Gemeindehäusern und Kirchen umrüsten auf energiesparendere Nutzung; zum Beispiel Solardächer auf jedes Haus, auch auf die Kirchen (die Diskussion mit dem Denkmalschutz führe ich gern!); zum Beispiel: weniger Autofahren und verstärkt Alternativen nutzen. Das sind nur wenige Beispiele. Jede und jeder kann etwas tun. Auswirken wird sich das nicht sofort. Aber unser Tun und Lassen verändert die Zukunft.
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor Gott,“ sagt der Prophet Micha (Micha 6,8). Deshalb: Nicht so viel reden, geredet wird und wurde genug. Handeln! Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist.


Superintendent des Kirchenkreises Saar-West
Pfarrer Christian Weyer
Sauerwiesweg 1
66117 Saarbrücken
Telefon: 0681 3870046




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