04. September 2021
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Gemeinsinn


Seit einiger Zeit dieser Zwist in den Leserbriefspalten: Für 2% des CO2 – Ausstoßes ist Deutschland verantwortlich. Soweit herrscht Einigkeit. Die einen sagen: Das ist lächerlich wenig, da lohnt sich der Aufwand Klimawende doch gar nicht. Sollen erst mal die Anderen. Und da gibt es diejenigen die argumentieren, Deutschland ist einer von 200 Staaten, also stehen ihm rechnerisch höchstens 0,5% zu. Eine seltsame Rechnung.

Im Grunde ist diese Diskussion vielleicht doch nur ein Spiegel einer Entwicklung, die immer weniger Gemeinsinn und immer mehr Egozentrismus kennt.

Statistik muss da manchmal als Ausrede herhalten. Ich geh nicht wählen, weil meine Stimme statistisch nichts bewirkt. Ich lass mich nicht impfen, weil es ja reicht, wenn alle anderen das tun. Dann wirkt Herdenimmunität.

Solidarität würde heißen: Gerade die Starken leisten, damit es den Schwachen gut geht, dass sie leben können. In jedem Mannschaftssport wird das deutlich. Nur wenn alle einbringen, was sie können, wir eine Gemeinsames daraus.

Und darum ist es wichtig, dass gerade das wirtschaftlich und politisch starke Deutschland loslegt mit der Klimawende, damit es ein gutes Beispiel abgibt, dass es schwache Länder mitzieht. Natürlich kann Deutschland allein die Klimawende nicht schaffen, aber wenn Deutschland nicht aktiv wird, warum sollten es Andere, die wirtschaftlich schwächer dastehen?

Nachbarschaften, Freundschaften, Vereine und auch die Politik können nur mit dem Prinzip Solidarität funktionieren und nicht nach dem Mikado-Prinzip: wer sich zuerst bewegt, hat verloren.  

 

Losung für Samstag, den 4.9.2021:

Die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. 2.Mose 1,17

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

 

Im Gesangbuch steht ein Gebet (eg 876):

Gott, du schenkst mir in der Mitte des Tages ein paar Minuten der Stille. Die Ruhe tut mir gut. Ich danke dir.

Vor dir denke ich nun an die vielen Unruheherde in dieser Welt, an die Menschen, die leiden, weil sie zum Krieg gezwungen werden, an Mütter und Väter, die ihren Kindern nicht die nötige Nahrung und Bildung geben können.

Ich sehe zum Skelett abgemagerte Kinder und Straßenkinder. Haben wir keine Zukunft für sie? Muss der Gegensatz zwischen Reichen und Armen immer noch schlimmer werden? Zeige uns gerechtere Wirtschaftsstrukturen, Wege zu sozialem Frieden, Möglichkeiten, sinnvoll zu helfen, dass wir lernen, miteinander als deine Kinder, als Brüder und Schwestern zu leben.

 





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