04. Mai 2021

eaf saar fordert Impfpriorisierung von Eltern junger Kinder


Familien sind derzeit stark belastet und das inzwischen über einen sehr langen Zeitraum. Sie leisten einen hohen Beitrag zur Pandemiebekämpfung. Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie Saar (eaf Saar) beschäftigte sich mit der Frage der Priorisierung von Eltern in der Impfreihenfolge.

 

STELLUNGNAHME DES VORSTANDES DER EAF SAAR

Bis jetzt sollen mit dem Impfstoff Personen geschützt werden, die ein erhöhtes Risiko tragen, sich mit Corona zu infizieren oder bei denen aufgrund des Alters oder von Vorerkrankungen Corona einen besonders schweren Verlauf nehmen könnte.
Es geht bei der Priorisierung um die Frage, in welchem Maße Menschen gefährdet sind. Durch die Mutationen und die bereits erfolgten Impfungen hat sich die Situation erkennbar verändert. Heute liegen auf den Intensivstationen viele junge Menschen, also auch Eltern von Kindern im Vorschul- und schulpflichtigen Alter.
Folglich sind Eltern, die bis jetzt zur Priorisierungsgruppe 4 gehören, schon heute besonders gefährdet. Deshalb ist es aus unserer Sicht sinnvoll, Eltern möglichst schnell vorrangig einen Impfschutz zu ermöglichen:
Eltern von minderjährigen Kindern (bis 14 Jahre) müssen auf die gleiche Stufe gestellt werden, mit pflegenden Angehörigen. Auch während einer Corona-Infektion der Eltern sind Kinder auf die Pflege und Betreuung ihrer Eltern im häuslichen Umfeld angewiesen, da zu ihrer ganztägigen Betreuung weder auf familiäre Unterstützung noch auf institutionelle rund um die Uhr Betreuung zurückgegriffen werden kann.
Darüber hinaus ist es erkrankten Eltern / Alleinerziehenden – unabhängig von der Schwere des Verlaufs der Coronainfektion – durch die daraus folgende Situation der Quarantäne / Iso-lierung, nahezu unmöglich, jüngere Kinder zu versorgen.
Außerdem gibt es aktuell keine Möglichkeit der Impfung für Kinder, diese sind nur zu schützen, indem ihr nächstes Umfeld (die Familie) geimpft wird.
Diese besonderen Erschwernisse rechtfertigen eine priorisierte Impfung von Eltern und besonders von Alleinerziehenden spätestens innerhalb der Priorisierungsgruppe – insbesondere in Hinblick auf die Priorisierungsgruppe 4, unter die alle gesunden Menschen fallen.
Dies wäre ein erster Schritt Eltern und Familien in dieser Pandemie mitzudenken. Entlastungen müssen aber dringend zusätzlich auf anderen Ebenen erfolgen.





Zurück