14. Juli 2021

Rheinischer Präses zur neuen Mitgliederstatistik: Kirche zukunftsfähig gestalten und den Kontakt zu den Menschen stärken


Die Evangelische Kirche im Rheinland liegt im Trend der EKD-Gliedkirchen und hat im vergangenen Jahr an Mitgliedern verloren. Am 31. Dezember 2020 zählte sie noch rund 2,4 Millionen Kirchenmitglieder (2019: 2,45 Millionen Mitglieder). Im Saarland leben gut 165.000 Protestanten in zwei Landeskirchen.

Von den enau 2.398.996 Millionen Mitglieder der Evangelischen Kirche im Rheinland leben im Saarland 129.910 Mitglieder (2019: 132.969).

Vorläufige Zahlen, weil die statistische Erhebung noch läuft

Für die Veröffentlichung erster bundesweiter Zahlen zum kirchlichen Leben im vergangenen Jahr, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) heute verbreitet, hat auch die Evangelische Kirche im Rheinland Daten zugeliefert. Aufgrund der noch laufenden statistischen Erhebung sind diese vorläufigen Zahlen zum Teil hochgerechnet. Die abschließende Statistik wird – wie in jedem Jahr – erst im Herbst vorliegen können. In die Daten der EKD sind folgende vorläufigen Zahlen eingeflossen: Die Zahl der Taufen sank 2020 auf 8.700 (2019: 17.644), die Zahl der Verstorbenen stieg im selben Zeitraum auf 42.000 (2019: 40.587). Mit 2.200 sank die Zahl der Aufnahmen 2020 deutlich (2019: 3.209). Die Zahl der Austritte aus der rheinischen Kirche sank im Jahr 2020 auf 22.100 (2019: 29.373).

Kirchenleitung reagiert auf das besondere Jahr 2020

2020 sei durch die Pandemie ein sehr spezielles Jahr, betont Präses Dr. Thorsten Latzel – auch im Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen: „Viele Taufen konnten nicht stattfinden und wurden verschoben. Es sind mehr Kirchenmitglieder verstorben.“ Gleichzeitig sei die Zahl der Austritte zwar um etwa ein Viertel gesunken, doch bedeute jeder einzelne Kirchenaustritt einen Verlust. „Als Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland haben wir reagiert. Wir werden eine Initiative starten, um Taufen nachzuholen. Wir stärken insgesamt den Kontakt zu unseren Mitgliedern etwa durch Besuche, Kasualien und neue digitale Formate. Dabei sind besonders die jungen Menschen im Blick. Wir werden weiter die Zusammenarbeit mit anderen Partnern stärken, in der Ökumene wie in der Gesellschaft“, so Latzel.

Auf der #sommertourderhoffnung viel Aufbruch und Kreativität erlebt

Präses Thorsten Latzel hat in den vergangenen acht Tagen mehr als 600 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt, um zwischen Saarbrücken und Wesel insgesamt 40 Gemeinden zu besuchen und vor Ort mit Menschen ins Gespräch zu kommen. „Persönlich habe ich auf meiner Sommertour der Hoffnung durch die Evangelische Kirche im Rheinland sehr viel Aufbruch und Kreativität erlebt. Jugendliche etwa starteten in der Pandemie Nachhaltigkeitsprojekte. Es gab einen starken Digitalisierungsschub, nicht nur bei Gottesdiensten, sondern zum Beispiel auch in der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden und mit älteren Menschen. Die Gemeinden sind zu den Menschen gegangen und haben sich neue Formen der Begegnung und Verkündigung einfallen lassen“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.

„Wir werden weiter weltoffene Kirche für andere sein“

„Als Kirche werden wir durch unseren Glauben an Gott als Schöpfer Himmels und der Erden bestimmt. Das macht uns innerlich frei, Kirche zukunftsfähig zu gestalten, den Kontakt zu den Menschen zu stärken und weiter offen für andere da zu sein.“ Die Evangelische Kirche im Rheinland sei mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern weiterhin eine große und starke Gemeinschaft – sie habe doppelt so viele Mitglieder wie alle Parteien in Deutschland zusammen. „Auch wenn wir kleiner werden, werden wir weiter weltoffene Kirche für andere sein. Wir leben aus dem tiefen Glauben an Jesus Christus, das bestimmt uns“, sagt Präses Dr. Thorsten Latzel.





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