05. Dezember 2020
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Was ist Weihnachten?


Ein trauriger Advent vor einer traurigen Weihnacht – oder wie sehen Sie das?

Ich denke an die vielen Menschen, deren Einsamkeit kaum noch auszuhalten ist, in Einrichtungen, in Heimen, im Gefängnis oder auf der Straße. Ich denke an die Menschen, deren Frage eben nicht ist, wie trotz Lockdown an den Feiertagen möglichst viele Menschen aus möglichst vielen Haushalten treffen können. Ich denke an das Elend vieler Menschen, dass durch Corona noch größer wird. Und ich denke an die Menschen, die sie begleiten, die versuchen ein wenig Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit aufblitzen zu lassen. Ich denke an die Ehrenamtlichen in Tafeln, in Hospizen, bei den verschiedenen Besuchs- und Geschenk-Aktionen. Ich denke an PflegerInnen und Mitarbeitende in den verschiedenen Einrichtungen, die selber nicht genau wissen, wie Weihnachten wird mit Schichtdienst und Einschränkungen, mit Erschöpfung und Erwartungshaltung der Familie.

Vielleicht lernen wir alle gerade in diesem Jahr, das Weihnachten nicht das Wohlfühlfest mit Tschingderassa Bumm ist, sondern ein fest der Dankbarkeit: Gott wird Mensch, weil es ihm seine Schöpfung wert ist und nicht, weil die Menschen so toll sind. Dieses Geschenk dürfen wir dankbar annehmen und vom Licht der Weihnacht her neu beleuchten, was wichtig ist in unserem Leben und was nicht.

 

 Losung für Samstag, den 5.12.2020:

Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung, ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe. Psalm 68,6-7

Am Abend, da die Sonne untergegangen war, brachten sie zu Jesus alle Kranken und Besessenen. Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür. Und er heilte viele. Markus 1,32-34

 

In Gesangbuch steht ein Lied (eg Die Nacht ist vorgedrungen)

Dort heißt es in Strophe 4+5:

4. Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.

5. Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht.





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